Hast du dich schon einmal gefragt, ob du dir die Zähne wirklich richtig putzt?
Auch wenn es wie eine einfache, aus Gewohnheit wiederholte Tätigkeit erscheint, machen die meisten von uns Fehler, die sich langfristig rächen können.
Es geht nicht nur darum, ein weißes Lächeln zu zeigen; die Gesundheit deines Mundes ist buchstäblich das Eingangstor zur Gesundheit deines gesamten Körpers.
Warum dein Mund wichtiger ist, als du denkst
Man schätzt, dass Karies 90 % der Weltbevölkerung irgendwann betrifft, und fast die Hälfte der Erwachsenen über 30 Jahre an irgendeiner Form von Zahnfleischerkrankung (Parodontitis) leidet.
Was du vielleicht nicht wusstest: Die Bakterien, die sich in deinem Mund ansammeln, können über den Blutkreislauf wandern und lebenswichtige Organe beeinträchtigen. Schlechte Mundhygiene wurde mit schwerwiegenden Komplikationen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, schlecht eingestelltem Diabetes und sogar Problemen während der Schwangerschaft in Verbindung gebracht. Außerdem haben 85 % der Fälle von Mundgeruch ihren Ursprung in unzureichender Reinigung.

Die Kunst des Zähneputzens: Die Bass-Technik
Es geht nicht nur darum, wie lange du putzt, sondern wie du es tust. Von Experten empfohlene Technik ist die Bass-Technik. Hier erklären wir dir, wie du sie meisterst:
- Der richtige Winkel: Setze die Bürste in einem Winkel von 45 Grad zur Zahnfleischlinie an.
- Der Kontakt: Die Borsten sollten halb auf dem Zahnfleisch und halb auf dem Zahn liegen.
- Sanfter Druck: Mehr Druck reinigt nicht besser; zu kräftiges Putzen kann den Zahnschmelz abtragen und dein Zahnfleisch zurückziehen.
- Präzise Bewegungen: Führe kleine horizontale Vibrationen aus (10–15 pro Bereich) und anschließend einen vertikalen Strich von Zahnfleisch zum Zahn.
- Vergiss die Zunge nicht: Das Bürsten der Zunge von hinten nach vorne ist entscheidend, um die Bakterien zu entfernen, die Mundgeruch verursachen.
Denk daran, dass die Mindestzeit für eine effektive Reinigung 2 Minuten beträgt, idealerweise solltest du jedoch zwischen 2 und 3 Minuten aufwenden, um eine gründliche Reinigung zu gewährleisten.
Manuell oder elektrisch? Wähle dein Werkzeug
Bei der Wahl einer Zahnbürste hast du mehrere Optionen:
- Manuelle Zahnbürste: Sie ist günstig und bietet volle Kontrolle, ihre Wirksamkeit hängt jedoch vollständig von deiner Technik ab. Wähle stets weiche oder mittelharte Borsten.
- Elektrische Zahnbürste: Studien zeigen, dass sie bis zu 100 % mehr Plaque entfernen als manuelle und zusätzlich Gingivitis um 21 % reduzieren. Sie sind ideal, wenn du dank ihrer Timer sicherstellst, die Putzzeit einzuhalten.
- Schallzahnbürste: Sie nutzt hochfrequente Vibrationen, die Mikroströmungen von Flüssigkeit erzeugen, und ist sehr effektiv bei Menschen mit Zahnspangen.
Zahnseide: Dein bester Verbündeter (vor dem Zähneputzen)
Wenn du nur die Zähne putzt, lässt du 40 % der Zahnoberfläche ungeputzt. Zahnseide ist unerlässlich, um Plaque dort zu entfernen, wo die Bürste nicht hinkommt, und reduziert das Risiko einer Parodontalerkrankung um 40 %.
Ein Profi-Trick: Verwende die Zahnseide VOR dem Zähneputzen. Dadurch entfernst du zuerst den Schmutz zwischen den Zähnen und ermöglichst es dem Fluorid deiner Zahnpasta, viel besser einzudringen, wodurch seine Aufnahme um 30 % erhöht wird. Achte beim Gebrauch darauf, jeden Zahn in Form eines „C“ zu umschließen und die Zahnseide sanft zu bewegen, damit du das Zahnfleisch nicht verletzt.
Der letzte Schliff: Die Mundspülung
Mundspülung ersetzt nicht das Zähneputzen, ist aber eine ausgezeichnete Ergänzung. Es gibt verschiedene Typen, je nach Bedarf:
- Mit Fluorid: Ideal für Personen mit hohem Kariesrisiko.
- Alkoholfrei: Die beste Wahl für den täglichen Gebrauch, da sie die Schleimhäute nicht reizt und bei trockenem Mund hilft.
- Mit Chlorhexidin: Nur auf ärztliche Anweisung zur Behandlung einer aktiven Gingivitis oder nach einer Operation, da längere Anwendung Zähne verfärben kann.
Pflege für jede Lebensphase
- Kleinkinder (2–6 Jahre): Sie benötigen die Hilfe der Eltern und eine Menge Zahnpasta in der Größe eines Reiskorns. Eine Mundspülung wird nicht empfohlen, da die Gefahr des Verschluckens besteht.
- Jugendliche und Erwachsene: Es wird empfohlen, mindestens zweimal täglich zu putzen (idealerweise nach jeder Mahlzeit) und täglich Zahnseide zu verwenden.
- Senioren (65+): Es ist wichtig, weiche Bürsten zu verwenden, um empfindliches Zahnfleisch zu schützen, und alkoholfreie Mundspülungen gegen die in diesem Alter häufige Mundtrockenheit.
Eine vollständige Hygieneroutine zu pflegen spart dir nicht nur unangekündigte Zahnarztbesuche, sondern verbessert auch deine Lebensqualität und dein allgemeines Wohlbefinden. Glaubst du, dass du heute etwas an deiner Routine ändern könntest?
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